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3. St.Galler Weinspitzen
Ort: OLMA Hallen St.Gallen
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Die naturnahe, ökologische Produktion gewinnt an Boden


Eine nützliche Raubmilde saugt eine schädliche Spinnmilbe. Foto: FAW Wädenswil

Seit Mitte der 80-er Jahre hat sich die ökologische Produktion stark verbreitet. Diese naturnahe Produktionsmethode wird oft auch als Integrierte Produktion bezeichnet. Diese Produktionsweise will mit ökologisch angepassten Methoden und unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit qualitativ hochstehende Trauben produzieren und vorzügliche Weine herstellen. Die Integrierte Produktion stellt hohe Anforderungen an die Rebleute. Die Grundlage für einen Erfolg bilden sehr gute fachliche Kenntnisse. Das Risiko wird erhöht, weil der Produzent bei der ökologischen Produktion erst in den natürlichen Kreislauf eingreift, wenn es unbedingt notwendig ist. Das Vorhandensein eines Schädlings rechtfertigt beispielsweise noch keine Bekämpfung. Erst wenn die Schadschwelle erreicht ist, wird gezielt gegen das schädliche Insekt vorgegangen. Eine bedarfsgerechte Düngung darf nur aufgrund einer Bodenanalyse ausgebracht werden. Für eine erfolgreiche ökologische Bewirtschaftung ist die Motivation des Betriebsleiters eine ganz wichtige Voraussetzung.


Rebberg Seemüli in Waldenstadt. Blühende Kräuter sind die besten Garanten für ein vielfältiges Nützlingsangebot. Foto: FAW Wädenswil

Jeder Betrieb, der die Integrierte Produktion anwendet, muss ein entsprechendes Betriebsheft führen und wird von einer unabhängigen Kontrollstelle kontrolliert. Im Kanton St. Gallen hat sich diese Produktionsweise in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Heute bewirtschaften über 200 Rebbäuerinnen und Rebbauern ihre Rebberge nach den entsprechenden Richtlinien. Es ist erfreulich, dass über 80 % der St. Galler Rebberge von diesen ökologischen Massnahmen erfasst werden.

Eine ökologisch noch weitergehende Produktionsweise ist die biologische Produktion. Im Bio-Weinbau wird auf chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungsmittel verzichtet. Zugelassen sind jedoch Pflanzenschutzpräparate, die eine gewisse Wirkung gegen die häufigsten Rebkrankheiten haben. In jüngster Zeit wird versucht, mit neuen Rebsorten, die krankheitstolerant sind, gänzlich auf Pflanzenbehandlungsmittel zu verzichten. Es zeigt sich, dass der Bio-Weinbau eine sehr grosse Motivationsbereitschaft von Seiten des Rebbauern verlangt. Das Risiko für einen Misserfolg ist höher als bei der Integrierten Produktion. Im Kanton St. Gallen arbeiten bis heute rund fünf Betriebe nach den Bio-Richtlinien.